Stellungnahme zum TOP 3 im FBR am 15.07.19: Zukünftige Ausgestaltung des Dekan*innenamts

Manchmal hofft man, die Mitarbeiter*innen mit Ernennungsurkunde an unserem Fachbereich könnten kein weiteres Level auf der Unfähigkeitsskala steigen. Aber wie so häufig an unserem geliebten Fachbereich Gesellschaftswissenschaften wird man hier dann doch immer wieder überrascht. Denn mittlerweile hält man es nicht nur für notwendig, sich inhaltlich zu blamieren, sondern will der Blamage eine ganze neue krönende Form geben.

Nachdem die alljährliche Dekan*innensuche ein weiteres Mal zur Tortur wurde, schlägt man jetzt vor, eine*n hauptamtliche*n Dekan*in einzustellen. Man will, wohl gemerkt als gesellschaftswissenschaftlicher Fachbereich, der den Anspruch hat, sich kritisch mit Gesellschaft und auch Universität auseinanderzusetzen, zum Vorreiter im Abbau der akademischen Selbstverwaltung an der Goethe-Universität Frankfurt werden und die Leitung eines ganzen Fachbereichs in externe Hände geben. Ganz nebenbei müsste man dafür eine Professoren-Hülse verbrauchen und damit noch weiter die fachliche Breite des Fachbereichs einschränken. Interessanterweise schien es bei der Diskussion um eine mögliche Professur für Kritische Gesellschaftstheorie eine solche zusätzliche Hülse nie zu geben.

Unsere Zusammenarbeit mit dem derzeitigen Dekanat verlief nicht immer konfliktfrei, trotzdem wollen wir ganz ernsthaften herzlichen Dank an Frau Prof. Dr. Holbig, Frau Prof. Dr. Becker und Frau Prof. Dr. Hofmeister richten, die trotz dieses Theaters am Fachbereich, das von keinem wirklich großen Demokratieverständnis zeugt, das Dekanat sehr gut führten.

Als Studierende würden wir uns wünschen, in einem Fachbereich immatrikuliert zu sein, der mit seiner großartigen Tradition als eine Speerspitze von Demokratie und Gesellschaft fungiert. Weniger herzlichen Dank wollen wir deshalb an all die anderen des Fachbereichs mit Ernennungsurkunde aussprechen: Sie sind der Grund, warum man sich, jeden Tag, mit traurigem Blick auf das Adorno-Denkmal, schämt in diesem Fachbereich immatrikuliert zu sein. Sie sind auch der Grund, warum die Erfüllung des Wunsches, dem Ruf der Frankfurter Gesellschaftswissenschaften gerecht zu werden, immer weiter in die Ferne rückt. 

Wir fordern Sie nachdrücklich dazu auf, sich dem Abbau akademischer Selbstverwaltung mit dem gebotenen Engagement entgegenzustellen. Ansonsten sollte Sie dieses lächerliche Theater eigentlich dazu veranlassen, ihre Ernennungsurkunden aufgrund von Dienstverweigerung abzugeben.

Debattiert werden soll das Ganze fachbereichsöffentlich am Montag, den 15.07.19 um 14:00h im Raum 3.G 170 (PEG). Um den absurden Vorschlag, unser Dekanat an random Party-People abzugeben, noch abzuwenden, würden wir uns sehr freuen, wenn viele Studierende unseren Ironiker*innen des Fachbereichs vermitteln, was sie davon halten. In diesem Sinne sind alle Studierenden herzlich eingeladen, am Fachbereichsrat teilzunehmen!

 

Mit freundlichen Grüßen

Fachschaft 03

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