In seiner Sitzung am 10. Juli entschied der Fachbereichsrat das Verfahren zur Neubesetzung der Professur für „Soziologie mit dem Schwerpunkt soziale Ungleichheit“ (Nachfolge Neckel) vorzeitig zu beenden. Dies ist das vorläufige Ende eines schwierigen, sich seit 1,5 Jahren ziehenden, Verfahrens.

Voran gegangen waren der Entscheidung des Fachbereichsrates kontroverse Diskussionen innerhalb der Berufungskommission, in der sich zwei unversöhnliche wissenschaftspolitische Vorstellungen gegenüberstanden. Beide Lager waren nicht im Stande einen Kompromiss zu schließen, weshalb zwei Listenvorschläge entstanden, welche beide dem Fachbereichsrat zur Entscheidung vorgelegt wurden.

Diese unüberbrückbare Auseinandersetzung zwischen einem „positivistischen“ sowie einem „kritischen“ Lager ist Ausdruck eines tiefen Konfliktes innerhalb des Instituts für Soziologie. Beide Lager wissen um den strategischen Wert dieser, als Schlüsselposition wahrgenommenen, Professur.

Der Fachbereichsrat indes wollte hier keine Entscheidung zugunsten einer der wissenschaftlichen Ausrichtungen treffen und brach das Verfahren ab. Nach einer voraussichtlichen Neuformulierung des Ausschreibungstextes wird die Stelle erneut ausgeschrieben und das Verfahren beginnt von vorne.

An dieser Entscheidung leiden vor allem erst einmal die Studierenden. Es ist eine unzumutbare Situation, dass die Professur nun seit zwei Jahren unbesetzt ist, was mit deutlichen Einbrüchen in der Lehre einhergeht. Hier hätten wir uns ein klares Bekenntnis des Fachbereichsrates gewünscht.

Trotzdem war es immer unser Ziel, die Professur in der Tradition Sighard Neckels wieder zu besetzen und somit der kritischen Sozialwissenschaft eine wichtige Stimme in Frankfurt zu geben. Leider war uns dies in der Konstellation der Berufungskommission nicht möglich. Wir werden auch weiterhin alles daran setzen den wohl neu zu verabschiedenden Ausschreibungstext nach unseren Wünschen zu gestalten. Dies wird nicht einfach, die Konflikte im Institut für Soziologie sind stark.

Die Professur ist ein zentraler Bestandteil der kritischen Lehre und Forschung am Fachbereich.

 

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